In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts schlägt die Geburtsstunde eines einzigartigen Geländewagens: der Steyr-Puch-Pinzgauer. Benannt nach einer Arbeitspferderasse, gilt der Pinzgauer als unübertroffener Nachfolger des Haflingers. Das verwindungsfreie Zentralrohrchassis gibt es seit 1967 auch in einer dreiachsigen 6x6 Version. Der Pinzgauer kommt hauptsächlich im militärischen Bereich zum Einsatz und markiert seit dreißig Jahren eindrucksvoll die Grenzen der Physik für Räderfahrzeuge.
| Geschichten über den Pinzgauer handeln meist von der Grenze der Physik und ihrer glorreichen Überschreitung, von Nützlichkeit und Souveränität |
Die Geschichte: |
| 1965 | Die zu geringen Außenmaße und relativ wenig Nutzlast für immer größer werdenden Transportbedarf machte die Entwicklung eines Nachfolgers des Haflingers notwendig. Nach genauen Marktanalysen wurde der Pinzgauer in seinen wesentlichen Eigenschaften definiert. | |
| 1971 | Offizielle Präsentation des Pinzgauers. Schon vorher wurden Kunden, etwa das Schweizer Militär, mit Prototypen beliefert, um Wünsche direkt umzusetzen. Der Wagen wurde im Lauf seines Lebens in etlichen Motorvarianten angeboten. Der Ur-Pinzgauer besaß einen luftgekühlten Reihenvierzylinder-Benzinmotor (2499 ccm, je nach Einsatzort 74 bis 87 PS), eine Steyr-Daimler-Puch-Eigenentwicklung. | |
| 1979 | Präsentation der Zivilversion. | |
| 1983 | Der luftgekühlte Vierzylinder wurde aus Gründen verschärfter Abgasbestimmungen durch zwei Versionen mit Benzineinspritzung (Bosch K-Jetronic, mit/ohne Turbolader) ersetzt. Bei vergrößertem Hubraum (2679 Kubikzentimeter) betrug die Leistung nunmehr 105 bzw. 115 PS (maximales Drehmoment 196 bzw. 206 Nm bei 2800 bzw. 3000/min). | |
| 1985 | Einführung des wassergekühlten Vierzylinder-Turbo-Dieselmotors (von VW zugekauft). Er war in Leistung und Drehmoment etwas schwächer als die jetzige Version (77 kW/106 PS bei 4250/min, 195 Nm bei 2500/min), es fehlte noch der Ladeluftkühler. Optisch sind die Dieselpinzgauer durch eine voluminöse Hutze an der Front, hinter welcher der Wasserkühler sitzt, erkennbar. | |
| 1989 | Der Pinzgauer mit Turbodieselmotor und Ladeluftkühlung wird auf Wunsch mit ZF-4-Gang-Automatikgetriebe ausgeliefert. Sonst blieben Antrieb und Chassis bis auf zahlreiche Verfeinerungen in Richtung Komfort (Geräuschisolierung, Servolenkung, geänderte Bedienungselemente) und Optimierung des technischen Auftretens (Scheibenbremsen, Betätigen des Allradantriebs bzw. der Sperren durch Kippschalter, Niveauregulierung, Verlängerung des Radstandes und Verbreiterung der Spur) seit 1971 nahezu unverändert. | |
| 1999 | Vom Pinzgauer wurden, abgesehen von 18 Vorserienmodellen, von 1971 bis April 1999 24.000 Stück gefertigt. |
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